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Schülerseite - Häufige Fragen
Wieso ist dem DVE die Schülerstimme so wichtig?
Andere Verbände geben ihren Schülern kein Stimmrecht.
Die Schülerinnen und Schüler von heute sind unsere Kolleginnen und
Kollegen von morgen. Für den DVE ist es selbstverständlich, schon heute
zu wissen, was die Kollegen von morgen zu sagen haben. Jede zukünftige Kollegin,
jeder Kollege in spe ist zunächst ein Schüler. Wie kann uns da die Ausbildung
nicht ein existentiell wichtiges Anliegen sein.
Aus diesem Grund hat jedes Schülermitglied ein Stimmrecht in der Mitgliederversammlung.
Der DVE will die Meinung der Schüler hören und so weit es geht, in seine
Berufspolitik mit einbeziehen. Bei den sieben Vorstandsmitgliedern des DVE ist
ein gleichwertiges Mitglied der Vertreter der Schülerschaft. Seine Stimme
als Vertreter der Schüler dadurch also auch die Stimme aller Schüler
ist gleichwertig, wie die der anderen sechs Vorstandsmitglieder.
Was
hält der DVE vom Bundesschülerrat?
Für den DVE ist der Bundesschülerrat
und die Treffen der
Schüler sehr bedeutend, weil sich hier die Meinungen der Schüler
aus der gesamten Bundesrepublik bündeln können. Auch hier gilt,
dass die Aussagen einer großen Gruppe mehr Kraft haben, als die
Stimme eines einzelnen.
Wie
sieht der DVE die Zukunftschancen für angehende Ergotherapeuten?
Eine sehr schwer zu beantwortende Frage. Der DVE kann nicht mehr sagen,
wie es noch vor wenigen Jahren üblich war, jeder bekommt eine Stelle.
Das ist leider nicht mehr so. Vor allem kann der Berufsanfänger sich
die Stellen nicht mehr aussuchen. Viele müssen nehmen, was ihnen
geboten wird. Zwar ist die Versorgung im ergotherapeutischen Bereich noch
längst nicht flächendeckend gewährleistet, aber neue Arbeitsplätze
werden nicht annähernd so schnell geschaffen, wie es für eine
flächendeckende Versorgung der Patienten erforderlich wäre.
Besonders im Osten Deutschlands ist der Bedarf nach wie vor groß.
Für neue Stellen ist kein Geld im System vorhanden. Der Verteilungskampf
ist hart, für die neuen und die alten.
Welche Tipps kann
der DVE Berufsanfängern geben?
Wichtig für jede Schülerin und jeden Schüler ist es,
eine möglichst gute, breitgefächerte Ausbildung zu erhalten.
Um das zu erreichen, ist es wichtig, dass der Schüler die Ausbildungs-
und Prüfungsverordnung kennt und darauf besteht, dass die Lerninhalte
an seiner Schule auch angeboten werden. Dies betrifft im Besonderen auch
die Praktikumplätze. Hier sollte jeder Schüler selber darauf
achten, nicht zu einseitig praktisch tätig zu sein. Erste Kenntnisse
sollten in jedem Einsatzbereich der Ergotherapie erworben worden sein.
Das ermöglicht ein höhere Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt.
Der Berufsanfänger, der nur in einem Fachbereich sucht, hat vielleicht
keine Chance. Und zu guter letzt:
Versuchen Sie einen guten Schulabschluss zu erwerben. Als Berufsanfänger
können Sie nicht mit einem Arbeitszeugnis aufwarten, dass Auskunft
über Ihren täglichen Alltag mit dem Patienten gibt. Sie bewerben
sich mit Ihrem Schulabschlusszeugnis und Sie haben viele Konkurrenten.
Wonach soll ein potentieller Arbeitgeber entscheiden? Eine gute Bewerbung
und ein gutes Zeugnis sind der erste Eindruck, erst danach kommt das Vorstellungsgespräch.
Kann der DVE nicht
meinem Schulleiter mal sagen, er soll an unserer Schule andere Dozenten
einstellen, die Praktika-Zeiten ändern, eine andere Prüfungsregelung
einführen? Der DVE ist nicht in der Position Schulleitern zu sagen ("befehlen"),
was sie zu tun oder zu lassen haben. Ein Berufsverband kann für interessierte
Schul-/Ausbildungsleiter fundierte Beratungen anbieten, wenn sie selbst
etwas an ihrer Schulsituation verändern wollen. Des weiteren bietet
der DVE Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und -sicherung
der schulischen Ausbildung an. Es besteht die Möglichkeit zum Erwerb
der Nennung auf der WFOT-Liste. Außerdem arbeitet der DVE an einem
neuen Zertifizierungssystem "Q-intern", das die jetzige DVE-Zertifizierung
ablösen wird. Diesen Überprüfungen können sich die
Schulen unterziehen, müssen es aber nicht.
Wieso hat der DVE
nicht eine differenzierte, qualifiziertere und handlungsorientiertere
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung gemacht?
Der DVE hat nicht die Möglichkeiten eine Ausbildungs- und Prüfungsordnung
zu erstellen, wie er es für gut hält. Der Gesetzgeber erläßt
eine solche, in diesem Fall ist das Bundesministerium für Gesundheit
(BMG) dafür zuständig. Die schulpolitischen Gegebenheiten müssen
berücksichtigt werden, sie muss in die bildungspolitische Landschaft
passen, sie muss mit dem Berufsgesetz konform gehen und vieles mehr. Der
DVE ist nur anhörungsberechtigt. Dieses Recht hat er intensiv wahrgenommen.
Natürlich hat der DVE auch schon im Vorfeld dem Ministerium Vorschläge
eingereicht und immer wieder über die Inhalte diskutiert. Letztendlich
mussten wir froh sein, dass noch so viel von unseren Eingaben Berücksichtigung
fand. Wieso verhindert
der DVE nicht, die (zu) vielen Schulen in Deutschland?
Es gibt keine Institution in Deutschland, die Schulen verhindern oder
verbieten kann. In einer freien, sozialen Marktwirtschaft reichen formale
Kriterien aus und die Aufsichtsbehörde muss die Schule zulassen.
Der DVE hat auf die Zulassung von Schulen keine Einflussmöglichkeiten,
warnt jedoch immer wieder vor zu vielen Ergotherapie-Schulen.
Der DVE ist für
die grundständige Ausbildung an der FH, wieso?
Der Beruf Ergotherapie ist in einer stetigen Entwicklung. Zunehmend
sind wir in der Pflicht, vor Ärzten, Krankenkassen, etc. die
Effizienz unserer Arbeit zu "beweisen" und wissenschaftlich
zu begründen. Die Ergotherapie muss stetig weiterentwickelt
werden. Hier kann sich Deutschland nicht auf die Forschungsarbeit
der Ergotherapeuten weltweit (vornehmlich USA/England) verlassen.
Der Blick auf das Ausland bremst hierzulande oft die Ergotherapeutinnen
und Ergotherapeuten, wenn sie auf Grund der fehlenden Hochschulausbildung
und der nicht immer vorhandenen Chancen meinen, mit ihren Überlegungen
und Versuchen nicht mithalten zu können. Für die Ergotherapie
in Deutschland ist es aber unbedingt notwendig, eigene Konzepte
zu entwickeln, die auf unser Land und unsere Verhältnisse zugeschnitten
sind. Sicher ist es wichtig, Konzepte und Verfahren und vor allen
Dingen die Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen anderer Länder
anzuwenden und auszunutzen. Aber genauso wesentlich ist es, eigene
Systeme zu entwickeln. Um unseren Beruf auf lange Sicht in Deutschland
zu sichern, brauchen wir eine fundierte Ausbildung an einer FH,
mit der Möglichkeit, auch wissenschaftlich zu arbeiten und
zu forschen.
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