Deutscher Verband der Ergotherapeuten
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54. Ergotherapie-Kongress in Köln

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Schülerseite - Häufige Fragen

Wieso ist dem DVE die Schülerstimme so wichtig?
Andere Verbände geben ihren Schülern kein Stimmrecht.
Die Schülerinnen und Schüler von heute sind unsere Kolleginnen und Kollegen von morgen. Für den DVE ist es selbstverständlich, schon heute zu wissen, was die Kollegen von morgen zu sagen haben. Jede zukünftige Kollegin, jeder Kollege in spe ist zunächst ein Schüler. Wie kann uns da die Ausbildung nicht ein existentiell wichtiges Anliegen sein.
Aus diesem Grund hat jedes Schülermitglied ein Stimmrecht in der Mitgliederversammlung. Der DVE will die Meinung der Schüler hören und so weit es geht, in seine Berufspolitik mit einbeziehen. Bei den sieben Vorstandsmitgliedern des DVE ist ein gleichwertiges Mitglied der Vertreter der Schülerschaft. Seine Stimme – als Vertreter der Schüler dadurch also auch die Stimme aller Schüler – ist gleichwertig, wie die der anderen sechs Vorstandsmitglieder.

Was hält der DVE vom Bundesschülerrat?
Für den DVE ist der Bundesschülerrat und die Treffen der Schüler sehr bedeutend, weil sich hier die Meinungen der Schüler aus der gesamten Bundesrepublik bündeln können. Auch hier gilt, dass die Aussagen einer großen Gruppe mehr Kraft haben, als die Stimme eines einzelnen.

Wie sieht der DVE die Zukunftschancen für angehende Ergotherapeuten?
Eine sehr schwer zu beantwortende Frage. Der DVE kann nicht mehr sagen, wie es noch vor wenigen Jahren üblich war, jeder bekommt eine Stelle. Das ist leider nicht mehr so. Vor allem kann der Berufsanfänger sich die Stellen nicht mehr aussuchen. Viele müssen nehmen, was ihnen geboten wird. Zwar ist die Versorgung im ergotherapeutischen Bereich noch längst nicht flächendeckend gewährleistet, aber neue Arbeitsplätze werden nicht annähernd so schnell geschaffen, wie es für eine flächendeckende Versorgung der Patienten erforderlich wäre. Besonders im Osten Deutschlands ist der Bedarf nach wie vor groß. Für neue Stellen ist kein Geld im System vorhanden. Der Verteilungskampf ist hart, für die neuen und die alten.

Welche Tipps kann der DVE Berufsanfängern geben?
Wichtig für jede Schülerin und jeden Schüler ist es, eine möglichst gute, breitgefächerte Ausbildung zu erhalten. Um das zu erreichen, ist es wichtig, dass der Schüler die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung kennt und darauf besteht, dass die Lerninhalte an seiner Schule auch angeboten werden. Dies betrifft im Besonderen auch die Praktikumplätze. Hier sollte jeder Schüler selber darauf achten, nicht zu einseitig praktisch tätig zu sein. Erste Kenntnisse sollten in jedem Einsatzbereich der Ergotherapie erworben worden sein. Das ermöglicht ein höhere Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. Der Berufsanfänger, der nur in einem Fachbereich sucht, hat vielleicht keine Chance. Und zu guter letzt:
Versuchen Sie einen guten Schulabschluss zu erwerben. Als Berufsanfänger können Sie nicht mit einem Arbeitszeugnis aufwarten, dass Auskunft über Ihren täglichen Alltag mit dem Patienten gibt. Sie bewerben sich mit Ihrem Schulabschlusszeugnis und Sie haben viele Konkurrenten. Wonach soll ein potentieller Arbeitgeber entscheiden? Eine gute Bewerbung und ein gutes Zeugnis sind der erste Eindruck, erst danach kommt das Vorstellungsgespräch.

Kann der DVE nicht meinem Schulleiter mal sagen, er soll an unserer Schule andere Dozenten einstellen, die Praktika-Zeiten ändern, eine andere Prüfungsregelung einführen?
Der DVE ist nicht in der Position Schulleitern zu sagen ("befehlen"), was sie zu tun oder zu lassen haben. Ein Berufsverband kann für interessierte Schul-/Ausbildungsleiter fundierte Beratungen anbieten, wenn sie selbst etwas an ihrer Schulsituation verändern wollen. Des weiteren bietet der DVE Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und -sicherung der schulischen Ausbildung an. Es besteht die Möglichkeit zum Erwerb der Nennung auf der WFOT-Liste. Außerdem arbeitet der DVE an einem neuen Zertifizierungssystem "Q-intern", das die jetzige DVE-Zertifizierung ablösen wird. Diesen Überprüfungen können sich die Schulen unterziehen, müssen es aber nicht.

Wieso hat der DVE nicht eine differenzierte, qualifiziertere und handlungsorientiertere Ausbildungs- und Prüfungsverordnung gemacht?
Der DVE hat nicht die Möglichkeiten eine Ausbildungs- und Prüfungsordnung zu erstellen, wie er es für gut hält. Der Gesetzgeber erläßt eine solche, in diesem Fall ist das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) dafür zuständig. Die schulpolitischen Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden, sie muss in die bildungspolitische Landschaft passen, sie muss mit dem Berufsgesetz konform gehen und vieles mehr. Der DVE ist nur anhörungsberechtigt. Dieses Recht hat er intensiv wahrgenommen. Natürlich hat der DVE auch schon im Vorfeld dem Ministerium Vorschläge eingereicht und immer wieder über die Inhalte diskutiert. Letztendlich mussten wir froh sein, dass noch so viel von unseren Eingaben Berücksichtigung fand.

Wieso verhindert der DVE nicht, die (zu) vielen Schulen in Deutschland?
Es gibt keine Institution in Deutschland, die Schulen verhindern oder verbieten kann. In einer freien, sozialen Marktwirtschaft reichen formale Kriterien aus und die Aufsichtsbehörde muss die Schule zulassen. Der DVE hat auf die Zulassung von Schulen keine Einflussmöglichkeiten, warnt jedoch immer wieder vor zu vielen Ergotherapie-Schulen.

Der DVE ist für die grundständige Ausbildung an der FH, wieso?
Der Beruf Ergotherapie ist in einer stetigen Entwicklung. Zunehmend sind wir in der Pflicht, vor Ärzten, Krankenkassen, etc. die Effizienz unserer Arbeit zu "beweisen" und wissenschaftlich zu begründen. Die Ergotherapie muss stetig weiterentwickelt werden. Hier kann sich Deutschland nicht auf die Forschungsarbeit der Ergotherapeuten weltweit (vornehmlich USA/England) verlassen. Der Blick auf das Ausland bremst hierzulande oft die Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, wenn sie auf Grund der fehlenden Hochschulausbildung und der nicht immer vorhandenen Chancen meinen, mit ihren Überlegungen und Versuchen nicht mithalten zu können. Für die Ergotherapie in Deutschland ist es aber unbedingt notwendig, eigene Konzepte zu entwickeln, die auf unser Land und unsere Verhältnisse zugeschnitten sind. Sicher ist es wichtig, Konzepte und Verfahren und vor allen Dingen die Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen anderer Länder anzuwenden und auszunutzen. Aber genauso wesentlich ist es, eigene Systeme zu entwickeln. Um unseren Beruf auf lange Sicht in Deutschland zu sichern, brauchen wir eine fundierte Ausbildung an einer FH, mit der Möglichkeit, auch wissenschaftlich zu arbeiten und zu forschen.


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