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54. Ergotherapie-Kongress in Köln

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51. Ergotherapie-Kongress 2006 - Das war Leipzig

Weit über 1.400 Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sowie eine Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen aus angrenzenden Berufsgruppen trafen sich zum 51. Ergotherapie-Kongress in Leipzig. Vier Tage lang referierten über 100 Referenten in mehr als 130 Seminaren und Vorträgen über das gesamte Spektrum der Ergotherapie.

Bei diesem 51. Kongress wurden die Weichen für die Umsetzung der neuen DVE-Struktur gestellt. Das 2005 eingeführte so genannte verbandspolitische Forum – einen Tag vor der Mitgliederversammlung erfreute sich großer Beliebtheit. Aber der Reihe nach:

Die Eröffnung

Reinhild FerberZunächst eröffnete Reinhild Ferber den Kongress und begrüßte zahlreiche Ehrengäste. Sodann würdigte sie die Arbeit von COTEC, das in diesem Jahr das 20-jährige Bestehen begeht. (Eröffnungsrede, doc 30.5 kB)
Dr. Braus Den diesjährigen Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung bildete die Verleihung des Ergotherapie-Preises. In diesem Jahr teilen sich wieder zwei Preisträgerinnen den Preis. Je 2.500 Euro, gesponsert vom Schulz-Kirchner Verlag und vom DVE, erhielten Ulrike Dünnwald (Lebensgeschichten in der Ergotherapie) und Kristin Arnold (Das „Occupational Therapy Psychosocial Assessment of Learning” (OT PAL), Version 2.0) für ihre Arbeiten. Prof. Dr. Braus hielt, fast schon traditionell, eine ansprechende Laudatio.



Die Hauptvorträge

Das Kongressprogramm wurde von zwei Hauptvorträgen eröffnet.

Dr. Peter Sawicki Zunächst stellte Prof. Dr. Peter Sawicki „Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen – IQWiG“ und seine Arbeitsweise vor. Das IQWiG liefert die wissenschaftlichen Expertisen, damit der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entsprechend dem Stand der medizinischen Forschung beurteilen kann. Das Institut spricht Empfehlungen aus, die aber keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Leistungskatalog der GKV haben. Konsequenzen in Form von Richtlinien, darunter die Heilmittel-Richtlinien, zieht allein der G-BA, der die Erkenntnisse des IQWiG zukünftig berücksichtigt.

Prof. Dr. Bernhard Badura Anschließend hielt Prof. Dr. Bernhard Badura einen interessanten Vortrag zum Thema „Versorgungsintegration und Prävention am Beispiel der betrieblichen Gesundheitsförderung“. Mit der Förderung von Kooperation und Koordination in der Krankenversorgung wird die Hoffnung verbunden, Brüche in Behandlungsprozessen zu beseitigen, die Qualität zu verbessern und den Kostenanstieg zu dämpfen. Dafür, dass Menschen gesund bleiben und ein Bedarf an Behandlung erst gar nicht entsteht, ist damit allerdings noch nicht gesorgt. Betriebliche Gesundheitsförderung kann einen Beitrag dazu leisten, dass arbeitsbedingter Gesundheitsverschleiß frühzeitig erkannt oder ganz vermieden wird.

Das verbandspolitische Forum

„Gesundheitsreform 2006 – Aktuelle Versorgungsprobleme“ so lautete das Thema am 27.April 2006 zu dem sich gut 300 DVE-Mitglieder zur Diskussion einfanden. Die kurze, sehr interessante Einführung über die Auswirkungen auf die Berufsgruppe der Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sowie die Arbeit des DVE war in drei wesentliche Bereiche gegliedert:

1.Stand der aktuellen Gesundheitsreform 2006 Bei der Gesundheitsreform 2006 wird es im Wesentlichen um die künftige Finanzierung des Gesundheitswesens gehen. Neben einer Finanzreform ist eine Strukturreform vorsehen, wozu dies im Einzelnen führt ist zzt. offen. Erste Eckpunkte sollen Ende Mai 2006 veröffentlicht werden, die Vorlage des Gesetzentwurfes wird zum 20.09.2006 erwartet.

 2.Aktuelle Versorgungsprobleme und ihre Auswirkungen
Die Bekanntgabe der diesjährigen Richtgrößen zum Jahresbeginn davon in einigen Bundesländern erstmalig, mit dem Ziel der Ausgabensteuerung im Heilmittelbereich, hat in einzelnen Bundesländern/Regionen zu einem drastischen Rückgang der Verordnungen geführt. Teilweise mussten Praxen Mitarbeiter entlassen. Und, obwohl alle Heilmittel davon betroffen sind, wird trotzdem eine Zunahme bei der Praxisgründung registriert und nach wie vor werden weiter neue Ergotherapieschulen eröffnet.

3.Möglichkeiten und Grenzen des DVE
Intensiv wurde dann über die Grenzen und Möglichkeiten der Einflussnahme durch den DVE diskutiert. Z.B. kann der DVE auf die hohe Zahl der Schulneugründungen und Praxenniederlassungen kaum Einfluss nehmen. Auch ist er kein Verhandlungspartner bei der Richtgrößenvereinbarung oder Praxisbesonderheiten Der DVE bietet seinen Mitgliedern Unterstützung und Beratung bei lokalen Protestaktionen, Infoveranstaltungen, Podiumsdiskussionen u.a. die von Therapeuten und Patienten organisiert werden. Die Praxen werden über alle relevanten Dinge frühstmöglich informiert. Mit allen anderen Heilmittelerbringerverbänden gibt es durch die BHV enge Abstimmungen zur Vorgehensweise. Und auch die intensiven Kontakte zu KVen, Ärzteverbänden, Politik, Patienten- und Behindertenorganisationen, Krankenkassen, Presse, etc. tragen dazu bei, die Interessen der DVE-Mitglieder bestmöglich zu vertreten.

Im Anschluss daran wurde die Plakataktion „Ergotherapie das beste Rezept für…“ vorgestellt (vgl. DVEaktuell Mai 2006) und sehr positiv aufgenommen. Den Schluss des Forums bildete eine leidenschaftliche Debatte: Gemeinsame Überlegungen zu beruflichen und berufspolitischen Perspektiven, bei der diese Ideensammlung entstand.

  • Neue Tätigkeitsfelder erschließen
  • Präventive Angebote erarbeiten (§20 SGB V und andere) – Siehe auch neue Broschüre des DVE
  • Prävention „Gesunde Schule“
  • Selbstzahlerangebote ausbauen, z.B. „Fit für die Schule“
  • Laufteam Ergotherapie (Bayern) – einheitliche Lauftrikots ET
  • Teilnahme an Qualitätszirkel der Ärzte
  • Teilnahme an Messen zur Berufsfindung
  • Teilnahme an Wellness-/Gesundheitsmessen/Verbrauchermessen
  • Unterricht in Kranken-/Altenpflegeschulen und bei der Mediziner-Ausbildung
  • Vermehrter Einsatz in Seniorenresidenzen
  • Vermehrte Übernahme von Leitungs- und Managementaufgaben
  • Fachliche Spezialisierung der Praxen muss möglich werden
  • Einsatz in den Ganztagsschule/Grundschulen auf Rezept und/oder zu Lasten Schulträger/Förderverein (z.B. Wahrnehmung, Entspannung)
  • Teilnahme an Ärztedemos – aber Achtung: Eigene Forderungen wichtig, nicht benutzen lassen, siehe hierzu auch www.protesttag.de
  • Infomaterial für Veranstaltungen bei a.reinecke@dve.info
  • Werbespots und Fernsehauftritte
  • Wahl zur ET des Jahres
  • (Wieder)Besetzung ergotherapeutischer Randgebiete z.B. Forensik

    Im Anschluss an die Veranstaltung macht Prof. George Tomlin aus USA folgende Vorschläge:
  • Beratung von Musikern bzgl. präventiver Maßnahmen
  • Ergonomische Beratung von Schulen, Betrieben, etc., um Arbeitsverletzungen zu verhindern
  • Begutachtung und Beratung älterer Autofahrer zur Vermeidung von Unfällen im Zusammen-hang mit altersbedingten Einschränkungen
  • Ergotherapeutische Beratung älterer Menschen bzgl. nachlassendem Sehvermögen und an-derer Einschränkungen

    Die Mitgliederversammlung (MV)

    Vorstand Auch an der MV am Freitag nahmen rund 300 Verbandsmitglieder teil. Nachdem die „obligatorischen Themen (Haushalt und ähnliches)“ abgearbeitet waren, wurde der alte Vorstand verabschiedet. Neben Reinhild Ferber kandidierten auch Mathias Gans, Adelbert Rummel und Michael Kastl nicht mehr. Diverse Verbandsvertreterinnen und –vertreter ließen es sich nicht nehmen, die Arbeit und das Engagement der scheidenden Vorstandsmitglieder hervorzuheben. Mit starkem und lang anhaltendem Applaus bedanken sich die anwesenden Mitglieder. Im Anschluss daran übernahm das Wahlkomitee unter der Leitung von Andreas Pfeiffer das Podium. Erstmals mussten nun, nach der Satzungsänderung von 2005, vier neue Vorstandsämter besetzt werden. Die Kandidaturen der einzelnen Ämter lagen fristgerecht Anfang des Jahres schriftlich vor und waren in DVEaktuell März 2006 abgedruckt. In den folgenden vier Wahlgängen wurden alle Kandidaten mit großer Mehrheit gewählt:
    Arnd Longrée (Vorsitzender), Sabine George (Standards und Qualität), Maria Miesen (Bildung und Wissenschaft) und Reimund Klier (Versorgung und Kostenträger). Das Protokoll der MV ist hier abrufbar.

    Die Fachausstellung

    Über 50 Aussteller boten auch in Leipzig einen guten Überblick über die neuesten Entwicklungen und Produkte im Bereich der Rehabilitation. Das Gewinnspiel „12 gewinnt“ wurde auch in diesem Jahr von vielen Teilnehmerinnen genutzt, um einen der knapp 100 attraktiven Preise, die die Aussteller zur Verfügung gestellt hatten, zu gewinnen. Besonders freuen konnten sich Susann Pietsch, die den Hauptpreis, einen schicken Swippo Stuhl der Firma Nitzbon, gewann.

    Die DVE Gremien

    Auch bei den Landesgruppen und Fachkreisen, Ausschüssen und anderen Gremien standen wieder Information, Vielfalt und Austausch im Mittelpunkt. Auch die Delegierten zu WFOT und COTEC standen als Ansprechpartner zur Verfügung.

    Das Organisationsteam in Leipzig hatte mit Umsicht, Kompetenz und guter Laune für einen reibungslosen Ablauf gesorgt und so maßgeblich zum Gelingen des Kongresses beigetragen.

    Wir freuen uns nun auf den nächsten Kongress vom 03.- 06. Mai 2007 in Kassel und laden Sie schon heute recht herzlich dazu ein.

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