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FEHLERTEUFEL

 

Mit der Veröffentlichung der neuen Vergütungen ab dem 1.Juli 2019 durch den GKV-Spitzenverband hat es viel Verunsicherung bei den niedergelassenen Ergotherapeutinnen und –therapeuten gegeben.

Der DVE beantwortet hier die häufigsten Fragen:

Für wen gelten die neuen Preise?
Für die Zugelassenen in allen Bundesländern und für alle Kassenarten der GKV.

Ab wann kann ich die Preise abrechnen?
Die Rahmenverträge der Kassenarten und deren Vergütungsvereinbarungen behalten bis Juli 2020 ihre Gültigkeit, d.h. für die Praxen gelten die bisherigen Abrechnungsbedingungen weiter. Infos dazu finden Sie in der jeweiligen Preisliste am Ende.

Warum gibt es keine einheitliche Preisliste für alle Heilerbringer?
Weil das TSVG vorsieht, dass je Heilmittelpositionsnummer der bundesweit höchste vereinbarte Preis gilt und somit „nur“ die Preise ausgetauscht wurden. Es bleibt also bei den bisherigen Vereinbarungen des DVE. Und: Bei den Hausbesuchen beispielsweise sind die Positionsnummern von Physiotherapie und Ergotherapie unterschiedlich.

Wie rechne ich die Umfeldberatung ab?
So wie bisher auch! Bei den Ersatzkassen gibt es die Pos.-Nr. 54111, hier kommt noch das KM-Geld dazu. Bei den anderen Kassen wird die Beratungsposition abgerechnet (siehe Preisliste) – plus die Pos.-Nr. 59932 für den Hausbesuch. Praxen, in deren Preisliste für die regulären Hausbesuch die Pos.-Nrn. 59901-59907 vereinbart sind, z.B. in Hamburg, Hessen oder bei manchen Ost-Kassen, rechnen neben der 59932 auch noch das KM-Geld ab!

Warum gibt es für die Schienen keinen Höchstpreis?
In jeder Preisliste findet sich ein Zahlenwert bei den Schienen-Positionen, meist 150 € (manchmal mehr, manchmal weniger, im Saarland gar keiner). Schienen, die bis zu diesem Betrag hergestellt werden können, müssen nicht vorab zur Genehmigung eingereicht werden. Es handelt sich also nur um den sog. Schwellenwert, nicht um einen Preis. Daher gibt es auch keinen Höchstpreis dafür.

Wer hat jetzt die Preise verhandelt?
Die Preise ab dem 1. Juli wurden in den vergangenen zwei Jahren durch die Bundesverhandlungskommission des DVE mit den jeweiligen Kassen(-verbänden) verhandelt. Bei langen Vertragslaufzeiten (mit Stufen) konnten die TSVG-Höchstpreise größtenteils früher in Kraft treten.

Gibt es Bundesländer, in denen die Praxen wenig oder gar keine Erhöhung erhalten?
Nein, alle Praxen in Deutschland erhalten ab dem 1. Juli Erhöhungen auf alle Positionen. Dies ist bezogen auf die Leistungspositionen sehr unterschiedlich ausgefallen. „Wenig“ Erhöhung gibt es in den Preislisten, die die BVK bereits in 2017/18 mit mehreren Stufen verhandelt hat (z.B. Bayern, Hessen, BKK Ost), hier kommt es aber früher zu besseren Preisen.

Hier einige Beispiele aus dem Westen:

Preisliste Leistung
(Preis seit Juli 2019)
Vergleich mit Stand Juni 2019 Vergleich mit Stand Feb. 2017
Bayern (Primär)* Analyse DEB (29,09 €) + 21,3 % + 41,6 %
Berlin (Primär)* Hirnleistungstraining (43,22 €) + 27,6 % + 45,6 %
Berlin (Primär)* Hausbesuch (groß – 17,79 €) + 34,3 % + 62,3 %
Hamburg (Primär)* Hirnleistungstraining (43,22 €) + 15,0 % + 46,5 %
Hessen (Primär)* Belastungserprobung (Einzel – 65,72 €) + 21,0 % + 45,1 %
Niedersachsen (Primär)* Hausbesuch (soz. Einrichtung – 11,60 €) + 50,9 % + 84,1 %
NRW (Primär)* Hirnleistungstraining (43,22 €) + 15,0 % + 41,2 %
RLP/SL (Primär)* Hausbesuch (soz. Einrichtung – 11,60 €) + 34,9 % + 54,7 %
vdek West (Ersatzkassen) sensom.-perz. Behandlung (52,50 €) + 20,0 % + 37,7 %


*) Primärkassen = AOK, BKK, IKK und Knappschaft

Und hier einige Beispiele aus dem Osten:

Preisliste Leistung Vergleich mit Stand Juni 2019 Vergleich mit Stand Feb. 2017
AOK Nordost (MV und BB) Hirnleistungstraining (43,22 €) + 27,6 % + 64,3 %
IKK classic (SC und TH) Hausbesuch (groß –12,80 €) + 59,0 % + 89,6 %
AOK plus (SC und TH) Hausbesuch (soz. Einrichtung – 11,60 €) + 78,46% + 105,0 %
BKK Ost (BB, SC, ST und TH) Hirnleistungstraining (43,22 €) + 15,4 % + 61,0 %
AOK Sachsen-Anhalt Hausbesuch bei Umfeldberatung
(17,79 €)
+ 208,3 % + 208,3 %
AOK Sachsen-Anhalt sensom.-perz. Behandlung (52,50 €) + 61,3 % + 61,3 %
vdek Ost (Ersatzkassen) Hausbesuch (soz. Einrichtung – 11,60 €) + 33,8 % + 55,7 %

Gibt es eine Verpflichtung, die Erhöhung an die Angestellten weiterzureichen?
Der Gesetzgeber hat mit den Höchstpreisen auch das Ziel, die Therapieberufe attraktiver zu machen, und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Ein Teil der Preiserhöhungen sollte also in Form von Gehaltserhöhungen bei den Angestellten ankommen. Die Steigerung ist abhängig von den bisher gezahlten Gehältern und natürlich der betriebswirtschaftlichen Lage der Praxis.

Wann erhöhen sich das nächste Mal die Preise?
Nach den Vorgaben des TSVG wird der DVE bis Juli 2020 einen neuen Rahmenvertrag Ergotherapie samt Vergütungsvereinbarung mit dem GKV-Spitzenverband aushandeln. Voraussichtlich erhöhen sich die Preise also erneut in genau einem Jahr. Wenn das so nicht klappt, muss die neu eingerichtete Schiedsstelle bis Oktober 2020 über die Preise entscheiden.

Lesen Sie auch unsere Merkblätter unter www.dve.info/downloads/Merkblätter

 

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