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FEHLERTEUFEL

 

Stellungnahme des DVE zum Thema Verkammerung 

Der DVE beobachtet aufmerksam die derzeitigen Bemühungen der Pflege und einiger Heilmittelerbringer um die Verkammerung. Für den Bereich der Ergotherapie hält er sie jedoch derzeit für nicht hilfreich.

Die konkreten Aufgaben einer Kammer (u.a. Berufsaufsicht, Weiterbildung) stellen zum jetzigen Zeitpunkt nicht die vordringlichen Probleme in der Ergotherapie dar. Die Neuordnung der Ausbildung, die Vergütung im ambulanten und die Entgeltordnung im stationären Bereich, die Rahmenbedingungen der ergotherapeutischen Tätigkeit und der aus diesen Aspekten resultierende Fachkräftemangel sind Themen, die nicht im Aufgabenbereich einer Kammer liegen.

Prestige und Wertigkeit unserer Berufsgruppen könnten durch eine Kammer eventuell verbessert werden. Einige Aufgaben, die bisher nicht oder nur eingeschränkt vom DVE wahrgenommen werden können, könnten von einer Kammer übernommen werden, wie zum Beispiel valide Daten zu Berufsangehörigen liefern, sowie die Fort- und Weiterbildung zu gestalten.

Der DVE befürchtet jedoch eine unnötige Aufgabenzersplitterung zwischen einer Kammer und dem Berufsverband DVE. Die Gründung von 16 eigenständigen Kammern in den einzelnen Bundesländern und einer Bundeskammer (wobei diese keinen öffentlich-rechtlichen Status und auch kein Weisungsrecht gegenüber den Länderkammern hat) wäre schon allein personell eine große Herausforderung. Zumal mit den Länderkammern automatisch eine kontraproduktive Regionalisierung verbunden ist. Gerade eine im Vergleich kleine Berufsgruppe wie die der Ergotherapeuten ist auf eine einheitliche, konsequente Berufspolitik angewiesen. Ob sie, in welcher Form auch immer, in einer Kammer ausreichend Gehör unter anderen, vielfach größeren Berufsgruppen findet, ist zumindest fraglich.

Darüber hinaus sind Finanzmittel knapp. Die meisten Therapeuten werden sich keine Doppelmitgliedschaft in Kammer und Verband leisten können oder wollen. In der Kammer besteht jedoch eine Zwangsmitgliedschaft, die Höhe der Mitgliedsgebühr errechnet sich aus dem Aufwand der Kammer, externe Finanzhilfen gibt es nicht. Damit ist eine Ausdünnung der Berufsverbände wahrscheinlich, obwohl die wirklich existenziellen Aufgaben (Rahmenverträge, Vergütungsvereinbarungen, Berufs- und Ausbildungsgesetze etc.) durch Kammern nicht geleistet werden.

Der DVE bringt sich dennoch in die Kammerdiskussion mit ein. Er setzt in Bezug auf Kooperation und politischen Einfluss aber weiterhin auf eine Stärkung des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV).

Karlsbad, 03.07.2017