Genusstraining in der Ergotherapie
2-tägig
1. Tag: 10:00 - 17:30 Uhr
2. Tag: 9:00 - 16:45 Uhr
Anmeldeschluss: 08.07.2027
Nürnberg
Ist es möglich, im Rahmen einer Therapie das aktive Genießen der „kleinen Dinge" des Alltags zu erlernen? 1983 veröffentlichten der Psychologe Dr. Rainer Lutz und die Psychotherapeutin Eva Koppenhöfer das Therapieprogramm „Die kleine Schule des Genießens" als halbstandardisiertes verhaltenstherapeutisches Behandlungsprogramm. Als Genusstherapie bzw. -training ergänzt es heute immer öfter etablierte psychiatrische Behandlungsangebote.
Worum geht es? Bis zu acht Patienten nehmen an aufeinander aufbauenden, etwa 90-minütigen Sitzungen teil. Neben Einführungs- und Abschlusssitzung orientieren sich die weiteren Sitzungen an den fünf menschlichen Sinnen. Der Sitzungsaufbau ist stets derselbe: Nach einer Entspannungsübung folgen Wissensvermittlung, Experimente und die Vorstellung der individuellen „Hausaufgabe" jedes Teilnehmers.
Das Programm hat einen starken Alltags- und Biografiebezug. Unabhängig von der Diagnose spricht es über konkrete Sinneswahrnehmungen gezielt die gesunden Anteile der Teilnehmenden an. Viele lösen sich während der Sitzungen aus der Krankenrolle: Sie werden aktiver und offener, zeigen bessere soziale Kompetenzen und weniger krankheitsbedingte Symptome. Dieser Effekt hält oft über die Sitzung hinaus an.
Aufgrund seiner Struktur und Ressourcenorientierung eignet sich das Programm sowohl für den stationären als auch den ambulanten Bereich.
Referent:in
- Ergotherapie Bachelorstudium, Hogeschool Zuyd (Niederlande)
- Masterstudium Donau Universität Krems (Österreich)
- seit 1992 Ergotherapeut in der Psychiatrie
18 Jahre am LVR-Klinikum Düsseldorf, Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Neben stellvertretenden Abteilungsleitung in offener allgemeinpsychiatrischen Akutstation und zentralem Ergotherapie-Bereich mit Medium Computer eingesetzt - langjährige Mitarbeit an mehreren psychiatrischen Leitlinien wissenschaftlicher Fachgesellschaften und der Deutschen Rentenversicherung als Vertreter der Ergotherapie
- Übersetzer der kanadischen Intervention „Action over inertia“ (Handeln ermöglichen, Trägheit überwinden) mit Schulung durch die Erstautoren in Kanada. Durchführung einer Pilotstudie zur Intervention mit Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen
- seit 1992 durchgängige Unterrichtserfahrung an verschiedenen Fachschulen für Ergotherapie, Hochschulen, Akademien und Fortbildungsanbietern
- 2018 bis 2026 Vorsitzender des DVE
Eine detaillierte Aufführung finden Sie unter www.andreas-pfeiffer.de
- 2002-2009 Studium der Psychologie, Universität Bielefeld, Schwerpunkt klinische Psychologie
- 2009 Diplomabschluss
- 2009-2013 Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin, Fachrichtung Verhaltenstherapie, Akademie für Verhaltenstherapie, Köln
- 2009-2010 klinische Tätigkeit während der Ausbildung: Klinik Essen-Mitte Huyssen-Stift
- 2013 Approbation psychologische Psychotherapeutin
- 2013-2024 Anstellung LVR Klinikum Düsseldorf
- 2024 Beginn der Tätigkeit in eigener Praxis, Mettmann
Gebühren
440 € für Mitglieder des DVE660 € für Nichtmitglieder
Hinweise
Im Seminar werden neben den theoretischen Grundlagen des Therapieprogramms alle sieben Einheiten gemeinsam mit den Teilnehmenden praktisch durchgeführt. Diese Selbsterfahrung bildet zusammen mit dem theoretischen Wissen die Grundlage dafür, das Therapieprogramm später selbst anzubieten.
Dafür bringen die Teilnehmenden bitte fünf persönliche Gegenstände zu den einzelnen Sinnen mit. Die genaue Aufgabenstellung erhalten Sie, nachdem das Seminar zugesagt wurde.
Literatur
Eine Literaturliste erhalten Sie mit den Seminarunterlagen.