Neurologisch bedingte Sehstörungen und deren Beeinträchtigung von Betätigung und Teilhabe
Knapp 500.000 Schlaganfälle und Schädel-Hirn-Traumen ereignen sich jährlich in Deutschland. Vermutlich bis zu 40 % der Betroffenen zeigen in der akuten Phase neurologisch bedingte Sehstörungen oder Störungen visueller Wahrnehmungsleistungen.
Diese häufig vorkommenden Funktionsdefizite treten als unterschiedliche Störungsbilder auf, z. B. Störung der Farb-/Formwahrnehmung, Doppelbilder, Augenbewegungsstörungen, Agnosien bis zur Hemianopsie. Sie beeinträchtigen die Alltagsaktivitäten, gesellschaftliche Teilhabe, Handlungsfähigkeit in allen Lebensbereichen sowie die Prognose und Rehabilitationsfähigkeit der Betroffenen teils massiv.
Das Seminar bietet neuropsychologische Hintergrundinformationen zu den Störungsbildern. Im Vordergrund stehen das Verständnis der Symptombilder, eine Übersicht über praxisnahe differentialdiagnostische Abklärung und die daraus resultierenden Möglichkeiten aktivitäts- und teilhabeorientierter Interventionen.
Ausführlich werden verschiedene, leicht durchführbare spezifische Assessments für die Ergotherapie vorgestellt. Traumatisch oder altersbedingte Erkrankungen des Auges sind ausdrücklich nicht Inhalt des Seminars.
Seminarschwerpunkte
- Grundlagen
- Diagnostische Verfahren
- Behandlungsansätze
Referent:in
- Ergotherapeut seit 1997 in den allen Phasen der neurologischen Rehabilitation, Stroke Unit und verschiedenen ergotherapeutischen Praxen
- Dozent an der Fachschule für Ergotherapie Karlsruhe für neurophysiologische und neuropsychologische Behandlungsverfahren
- Fortbildungsreferent für neurologisch bedingte Sehstörungen und deren Beeinträchtigung von Betätigung und Teilhabe, Neglect und Hemianopsie
- Mitarbeiter und Dozent beim Ergotherapeutischen Assessment (EA)
- Autor und Co-Autor mehrerer Publikationen
Literatur
- G. Goldenberg: Neuropsychologie
- Huber, D. Kömpf: Klinische Neuroophthalmologie
- G. Engelke: EUNS. Visuelle Basis- und Raumwahrnehmungsleistungen