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22. Oktober 2026

Heilmittel-Report 2026

Therapieberufe brauchen politische Entscheidungen statt weiterer Kostendebatten

Mit dem Heilmittel-Report 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) liegt erneut eine umfangreiche Analyse zur Situation der Heilmittelversorgung in Deutschland vor. Aus Sicht des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV), dem auch der DVE angehört, zeigt der Bericht die Entwicklungen im Heilmittelsektor auf und untermauert die wesentlichen Herausforderungen, die die Therapieberufe seit Jahren benennen, wie beispielsweise Fachkräftemangel, einen erheblichen Reformstau bei den Berufsgesetzen und unzureichende Forschungsstrukturen. Es zeigt sich ein deutlicher Nachholbedarf bei Entbürokratisierung, Digitalisierung und interprofessioneller Versorgung.

Gleichzeitig sieht der SHV kritisch, dass die öffentliche Kommunikation zum Heilmittel-Report und die begleitenden Aussagen der Auftraggeber einen starken Schwerpunkt auf die Ausgabenentwicklung im Heilmittelbereich legen. Der Bericht selbst beschreibt jedoch deutlich umfassender die strukturellen Herausforderungen und Entwicklungspotenziale der Heilmittelversorgung.

Der Heilmittel-Report 2026 belegt eindrucksvoll die hohe Bedeutung der Therapieberufe für die Gesundheitsversorgung. Er zeigt aber auch, dass weitere zentrale Reformen seit Jahren ausstehen. Aus Sicht des SHV darf die Debatte deshalb nicht primär über Kostenentwicklungen geführt werden. Die eigentliche Frage lautet, warum die im Bericht beschriebenen strukturellen Defizite, wissenschaftlichen Erkenntnisse und Reformempfehlungen bislang nur unzureichend gesundheitspolitisch umgesetzt wurden.

Für den SHV steht fest, die Therapieberufe sind bereit, Verantwortung für die Versorgung der Zukunft zu übernehmen. Jetzt braucht es den politischen Willen, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Am 11. November 2026 wird der SHV-Vorstand im Rahmen des 8. Therapiegipfels in Berlin öffentlich mit Gesundheitspolitikerinnen und Gesundheitspolitikern, Expertinnen und Experten sowie den Teilnehmenden diskutieren.

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