SHV-Kampagne zum GKV-Stabilisierungsgesetz
Im Gespräch mit Frank Schwabe (MdB/SPD)
Der Spitzenverband der Heilmittelverbände e. V. (SHV) bewertet den Entwurf für das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz als erheblichen Rückschritt für die ambulante Heilmittelverordnung. Um auf die Auswirkungen und die notwendigen Korrekturen aufmerksam zu machen, führen der SHV und dessen Mitgliedsverbände derzeit zahlreiche Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern. So auch vergangene Woche in Recklinghausen: Jan Neuer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des IFK, besuchte Frank Schwabe (MdB/SPD) in seinem Wahlkreisbüro.
Der SPD-Politiker nahm sich viel Zeit für die Schilderungen Neuers und zeigte sich äußerst interessiert an der Situation im Heilmittelbereich. Hauptthema des Treffens war die im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz geplante Kombination aus Grundlohnsummenbindung und zusätzlichem Preisabschlag, die aus Sicht des SHV deutlich zu weit führt. Jan Neuer konnte ausführlich auf den wirtschaftlichen Druck hinweisen, der ohnehin auf den Praxen lastet und durch dieses Instrument noch weiter zunehmen wird. Besonders kritisch ist die Maßnahme vor dem Hintergrund des enormen Fachkräftemangels zu betrachten, da die Gehälter im ambulanten Bereich bereits aktuell bis zu 30 Prozent niedriger ausfallen als im öffentlichen Dienst und sich diese Lücke vergrößern wird, wenn die Vergütungsspielräume weiter eingeschränkt werden. Das Problem des Fachkräftemangels konnte Neuer, der seine Physiotherapiepraxis selbst in Recklinghausen betreibt, durch seine persönlichen Erlebnisse als Praxisinhaber mit konkreten Beispielen untermauern und so eindringlich davor warnen, den Fehler vergangener Tage zu wiederholen.